Auch die Handballer des Oberligisten TV Petterweil freuen sich darauf, dass der Punktspielbetrieb wieder losgeht und haben unheimlich „Bock auf Handball“.
Eineinhalb Jahre musste man warten, ehe nach dem Aufstieg in Hessens Eliteliga, jetzt endlich am 31. Oktober in der Sporthalle an der Sauerbornstraße um 18.00 Uhr das erste Punktspiel dort angepfiffen wird.
„Bei Trainer und Mannschaft ist das Engagement und die Motivation vorhanden, den Handballfans auch in der neuen Liga guten, attraktiven Handball zu bieten“ versichert Trainer Martin Peschke. „Jedem Einzelnen ist bewusst, dass in der Oberliga nicht anders zu bestehen ist. Dass es zudem der Unterstützung der treuen Fangemeinde bedarf, um das Ziel Klassenerhalt zu realisieren, “ streicht der Petterweiler Trainer ausdrücklich heraus.
Dabei wird das erste Spiel gegen die HSG Kleenheim-Langgöns zu einem wirklichen Gradmesser.
Die HSG ist eine feste Größe im mittelhessischen Handball. Sie als einen Dino der Liga zu bezeichnen, ist nicht übertrieben. In der Männer Oberliga gehörte die HSG viele Jahre der Spitzengruppe an und spielte in der Saison 2011/2012 sogar in der 3. Liga. In der abgebrochenen Saison 2019/2020 belegte die Mannschaft von Trainer Matthias Wendlandt den 5. Platz. Wendlandt, promovierter Informatiker der JLU Gießen, stellt die Weiterentwicklung der jungen Spieler in den Vordergrund seiner Tätigkeit. Diese Strategie hat immer wieder Früchte getragen. Auch in Phasen des personellen Umbruchs. Die regionale Nähe zu den Handballhochburgen Wetzlar und Hüttenberg bedingt, dass im Kleebachtal immer wieder junge Spieler aufschlagen, die hoch talentiert und gut ausgebildet sind. In der Regel haben sie Erfahrung in der A-Jugend Bundesliga gesammelt, befinden sich aber noch in ihrer handballerischen Entwicklung. Die HSG geht mit einer sehr jungen Mannschaft an den Start. Sie beeindruckt mit schnellem Spiel. Großer Pluspunkt ist das rasante Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff. Das wohl beste der Liga, was auch einer exzellenten Flügelzange, bestehend aus Fabian Höpfner (LA) und David Straßheim (RA), zu verdanken ist.  Vor allem Straßheim sollte am Sonntag ein besonderes Augenmerk gelten. Er verfügt über ein herausragendes Wurfrepertoire, gehört zum Besten was die Liga auf dieser Position zu bieten hat. Die Rückraumspieler operieren sehr oft mit Schlagwürfen. Die Abwehr agiert mit einer offensiven 3:2:1 Formation. Das Saisonziel der HSG ist zunächst der 4. Platz in der Vorrundengruppe. Man möchte die Aufstiegsrunde erreichen, um vor allem auch die vielen jungen Spieler einen Schritt weiter zu bringen.

Kommen wir zum TV Petterweil:

Die lange Vorbereitung muss als durchwachsen bezeichnet werden. Viele Spieler haben im Verlauf der langen Vorbereitung teilweise gefehlt. Ein gezieltes Training mit großer Mannschaftsstärke war oftmals nicht gegeben. Zusätzlich kamen noch Verletzungen hinzu, so dass Trainingseinheiten dezimiert bestritten wurden. Mit dem Einsatz und der Bereitschaft aller Spieler war Trainer Peschke zufrieden und bescheinigte seiner Mannschaft, Fortschritte in der Abwehrarbeit. Das Zusammenspiel wurde von Einheit zu Einheit besser, ist aber noch ausbaufähig.
Was dem Trainer derzeit noch Sorgen bereitet, ist das Fragezeichen, das hinter dem Einsatz von zwei seiner wohl wichtigsten Spieler steht. Der Einsatz von Iteb Bouali und Jonas Koffler wird sich erst unmittelbar vor dem Spiel entscheiden. Was der Verlust dieser beiden bedeuten würde, kann sich jeder Petterweiler Handballfan selbst ausmalen. „Sicherlich hat Kleenheim eine starke Mannschaft und geht gegen uns den Aufsteiger als Favorit in das Spiel. Aber wir können befreit aufspielen und meine Jungs wollen zeigen, dass wir zu Recht in dieser Liga spielen. Mit der Unterstützung unserer Fans, die wir zahlreich erwarten, wollen wir den Gästen so lange wie möglich Paroli bieten. Dann schauen wir mal, was rauskommt“, freut sich Trainer Peschke auf den so lange herbeigesehnten ersten Auftritt in der Oberliga Hessen und lässt noch wissen, dass nach neuesten Regelungen eine vollbesetzte Halle, nach Anwendung der 3G-Regeln erlaubt sein wird.

3 Dinge, die unsere Zuschauer noch wissen sollten:
> Der Corona-Problematik Rechnung tragend, wurde die Oberliga in zwei regionale Gruppen, zu je acht Vereinen, aufgeteilt. Jede Gruppe bestreitet zunächst Hin und Rückspiele. Die ersten vier jeder  Gruppe spielen dann den Aufsteiger und die letzten vier die Absteiger aus. Punkte aus den Vorrundengruppen werden mitgenommen. Petterweil spielt in der Nordgruppe.

> Mit Beginn der Spielzeit 2021/2022 sind Haftmittel/Harz wieder erlaubt. Petterweil ist einer von vier Vereinen die aufgrund fehlender Genehmigungen und aus finanziellen Aspekten weiterhin ohne Harz spielen. Die HSG Kleenheim-Langgöns trainiert und spielt zu Hause dagegen mit Harz.

>Das Spiel ist auch im Livestream auf dem Youtube-Kanal des TV Petterweil zu verfolgen. Kommentiert wird es von Rüdiger Storch, dem Hallensprecher der Frankfurter Löwen. Ihm zu Seite steht Alexander Kunkel als Handballexperte.

 

Bericht: Peter Hett

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